Die Arbeit mit Persönlichkeitsanteilen
Die Erkenntnis, dass die innere Vielstimmigkeit der Seele ein menschliches Wesensmerkmal darstellt, hat zu verschiedenen Konzepten der Pluralität des Menschen als "multiples Lebewesen" in den unterschiedlichen psychotherapeutischen und beratenden Ansätzen geführt.
Die Arbeit mit inneren "Persönlichkeitsanteilen" aus systemischer, lösungsorientierter und konstruktivistischer Sicht kann einen bahnbrechenden Paradigmenwechsel in Therapie und Beratung, aber auch in der Selbstfürsorge und Selbststabilisierung darstellen.
Modelle der Persönlichkeitsanteile erleichtern den Umgang mit inneren Konflikten und Polarisierungen, ermöglichen einen Sinn stiftenden Zugang zu problematisch erlebten Verhaltens- und Erlebnisweisen, schaffen die Möglichkeit, innere Ressourcen gezielt zu aktivieren, die innere Kommunikation anzuregen und können zu einem sehr viel gnädigeren Umgang mit sich selbst führen. Im Rahmen einer Traumatherapie dient es zur Fürsorge für verletzte jüngere Anteile.
In meiner Tätigkeit greife ich dabei zurück auf das "Seitenmodell" von Gunther Schmidt, die daraus entstandene Arbeit mit dem "inneren Team" von Friedemann Schulz von Thun, Ansätze der Ego-State Therapie (Watkins & Watkins) und des "inner family system" (Richard Schwarz), sowie dem traumatherapeutischen Modell der strukturellen Dissoziation der Persönlichkeit von Ellert Nijenhuis.
Die Arbeit mit Persönlichkeitsanteilen lässt sich trefflich verbinden mit verschiedensten Formen von Aufstellungen mit dem Systembrett, mit Stühlen oder Bodenankern oder in Gruppen mit menschlichen Stellvertretern. Ich setzte es auch ein in den Selbsterfahrungskursen für angehende systemische psychologische Psychotherapeut:innen und Kinder- und Jugendlichentherapeut:innen im Rahmen ihrer Approbationsausbildung.
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